Früher war alles besser. Die Moral, das Wetter und vor allem die Sprache. Die wird immer niveau- und anspruchsloser, Grammatik und Rechtschreibung werfen wir achtlos über den Haufen. Ach, wenn es nur so einfach wäre! Sprache befindet sich in einem dauerhaften Wandel, keine Frage. Aber ist das überhaupt so schlimm?

 

I bims, fresh und Swag – unsere Sprache verkommt. Oder?

„Dem Durchschnitt des lebenden Geschlechts gebricht das Sprachgefühl so gänzlich wie keiner anderen Generation seit Lessings Tagen. Ja, selbst die Deutschen des 17. Jahrhunderts versündigten sich an ihrer Sprache nicht so frech wie die heutigen.“*

Dieses Zitat stammt von Heinrich von Treitschke. Der lebte 1834-1896. Unsere Sprache „verkommt“ also nicht erst seit Neuem. Sie befindet sich einem ständigen Wandel, ändert ihre Form alle Nase lang und wird von jeder neuen Generation geformt. Die Jugend von heute spricht nicht so, wie ihre Eltern. Die Eltern sprechen nicht so, wie wiederum ihre Eltern. Und so weiter.

*zitiert nach Eduard Engel Deutsche Stilkunde aus dem Jahre 1911

 

Sprache lebt!

Sprache ist demnach kein totes Etwas, das sich nicht bewegt. Sie lebt und verändert sich stetig. Neue Worte kommen hinzu, alte verschwinden. Schließlich sprechen wir ja auch nicht mehr so, wie zu Goethes Zeiten.

Genauso, wie sich die Art und Weise zu schreiben und zu sprechen verändert, ändert sich auch das Ziel der Sprache: Mit Sprache einen Computer zu steuern, ist für uns erst seit Ende des 20. Jahrhunderts notwendig geworden.

 

Ein Spiegel der Gesellschaft

Sprache ist noch so viel mehr, als ein Überbringer von Informationen. Sie ist auf ihre Art ein Spiegel der Gesellschaft. Kurze Sätze, knackige Headlines, viel Infos auf kleinem Raum – für uns muss alles schnell gehen. Wir kommen in einer Stunde mit dem Flugzeug von Berlin nach Frankfurt, also wollen wir auch wichtige Neuigkeiten in aller Kürze lesen. Am besten als Push-Nachricht auf unser Smartphone.

Apropos Smartphone: Auch eine immer globaler werdende Welt spiegelt sich in unserer Sprache wider. Wir benutzen Anglizismen und Neologismen wie Blog, Newsletter und Community ganz selbstverständlich. Spannend, dass Sprache uns weltweit miteinander verbindet. Ein schönes Zitat aus der Zeit: „Sprache ändert sich, weil sich die Gesellschaft ändert.“

 

Erschaffe etwas Neues

Was können wir nun tun?

Wir können den Sprachwandel verfluchen, uns gegen ihn sperren, mürrisch und meckernd den Zeigefinger erheben.

Oder:

Wir nutzen die ganze Wandelbarkeit und alle Facetten unserer Sprache, spielen mit ihr und nutzen unsere Kreativität, um etwas Neues zu erschaffen.

Du möchtest mit Deinen Worten spielen lernen? In meinen Workshops findest Du den Raum, um in aller Ruhe an Deinen Texten zu arbeiten, in den Austausch zu gehen und richtig kreativ zu werden!