Mein Texteralltag: 5 Vor(ur)teile - Frau Schmitt Schreibt

In meinem Texteralltag habe ich hin und wieder mit ein paar Vorurteilen zu kämpfen. Einige davon erweisen sich allerdings als Vorteile! Hier teile ich mit Dir 5 Vor(ur)teile.

 

Vor(ur)teil 1: Ich habe den ganzen Tag Zeit

„Du bist ja selbstständig, Du hast ja auch tagsüber Zeit.“ Ich kann mir vorstellen, dass jede*r Selbstständige das schon einmal zu hören bekommen hat. Tatsächlich scheint das Vorurteil zu existieren, dass man als Berliner Freiberufler den ganzen Tag in hippen Cafés herumhängt, Matchatee schlürft und „irgendwas mit Medien“ macht.

 Stimmt: Ich kann mir meine Zeit freier einteilen, als in einer Festanstellung. Es ist also weniger schwierig einen Arzttermin zu ergattern, da die Vormittage kein Problem mehr darstellen.

Stimmt nicht:  Ja, ich habe tagsüber Zeit mit einer Bekannten einen Kaffee trinken zu gehen. Mal abgesehen davon, dass diese Kaffee-Dates meist einen geschäftlichen Hintergrund haben, muss die Zeit (in der Regel) aber auch nachgeholt werden. Ich habe keinen Kollegen, der meine liegen gebliebene Arbeit auffängt.

Als Selbstständige stehe ich einigen Vorurteilen gegenüber. Die entpuppen sich häufig aber auch als Vorteile!

Vor(ur)teil 2: Selbstständige arbeiten selbst und ständig

„Puh, als Selbstständige hast Du sicher eine 50 bis 60 Stundenwoche und niemals Wochenende“. Komisch, dass Vor(ur)teil 1 und 2 parallel bestehen. Aber viele meiner Freunde und Bekannt im Angestelltenverhältnis haben die Vorstellung von aufopfernden, am Stock gehenden Selbstständigen, die rund um die Uhr arbeiten. Ähm, nicht ganz.

Stimmt: Das eigene Business ist mittlerweile ein Teil von mir geworden. Ich unterscheide nicht mehr zwischen „rein privat“ und „rein geschäftlich“, denn viele Geschäftskontakte sind mittlerweile zu privaten Kontakten geworden.

Stimmt nicht: Seit ich Selbstständig bin, achte ich sehr viel mehr auf eine gute Balance. Ich integriere Sport und mentalen Ausgleich in meinen Alltag. Und wenn alle meine ToDos abgearbeitet sind, heißt es auch schon mal um 14:00 Uhr: Feierabend!

Du willst wissen, warum es so toll ist selbstständig zu sein? Erzähle ich Dir hier.

Vor(ur)teil 3: Es ist sehr einsam als Solopreneur

„Dir ist bestimmt tagsüber furchtbar langweilig, so alleine zu arbeiten.“ Oft höre ich diesen Satz. Es scheint, als würde man mich als Aussteiger betrachten, der einsam in seiner Höhle sitzt und auf seinen Laptop einhämmert.

Stimmt: Manchmal kann es sehr einsam sein. Aber gerade als Texter brauche ich absolute Ruhe und einen ablenkungsfreien Arbeitsbereich, damit ich mich auf meine Texte konzentrieren kann.

Stimmt nicht: Ich habe Freunde und eine ganze Menge „Kollegen im Geiste“ – andere Selbstständige und Unternehmer, die zum Teil ebenfalls solo unterwegs sind; ich organisiere selber Netzwerktreffen und meetups. Und das Beste: Ich kann mir aussuchen, mit wem ich in den Austausch gehe!

Ich habe trotz meiner Selbstständigkeit meistens ganz „spießige“ Arbeitszeiten.

Vor(ur)teil 4: Zuhause arbeiten bedeutet Jogginghose und Sofa

„Also ich könnte mich zuhause ja nicht konzentrieren“. Glaubt man diesem Vorurteil, sitze ich den ganzen Tag ungeduscht und im Pyjama auf der Couch und versuche mich mit Netflix von der Arbeit abzuhalten. 

Stimmt: Es ist sicher schon einmal vorgekommen, dass ich mir während einer miesen Erkältung den Weg zum Schreibtisch gespart habe und mit dem Laptop im Bett gesessen habe. Oder mich für einen Skype-Call nur oberhalb des Bauchnabels hergerichtet habe…

Stimmt nicht: Ich habe mein Homeoffice und das nutze ich auch. Ich stehe morgens auf, mache mich im Badezimmer fertig, frühstücke und setze mich an den Schreibtisch. Ganz spießig. Netflix läuft erst nach 20:00 Uhr.

Hier liest Du, wie Du Dich auch im Homeoffice zum Schreiben motivieren kannst!

Vor(ur)teil 5: Ich kann mir die Selbstständigkeit nur leisten, weil ich in einer Partnerschaft bin

 „Ohne Deinen Mann könntest Du es Dir aber nicht leisten selbstständig zu sein, oder?“ Autsch, das tut weh. Wenn ich einen wunden Punkt habe, dann ist es meine (finanzielle) Unabhängigkeit. 

Stimmt: Ohne mein privates Umfeld hätte ich keinen Kopfsprung aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit machen können: Ich wäre Bein für Bein, nach und nach gerutscht. Aber ich wäre gerutscht.

Stimmt nicht: Die Anfangsphase hat durchaus finanzielle Unterstützung benötigt. Mittlerweile stehe ich auf eigenen Beinen, zahle Miete, Versicherungen und Essen selbst. Ich leiste mir meine Selbstständigkeit selbst.

Wie Du siehst: Es gibt kein Schwarz und Weiß. Jede Medaille hat zwei Seiten – es liegt an Dir, Dich für die positive Seite zu entscheiden.

Hast Du auch Erfahrungen mit solchen Vor(ur)teilen gemacht? Teile sie gerne mit mir in den Kommentaren!