Kritik annehmen: So fällt es Dir leichter - Frau Schmitt Schreibt

Kritik annehmen – nicht die leichteste Disziplin. Gerade, wenn es um unsere Texte geht, sind wir häufig empfindlich und verfallen in einen Abwehrmodus. Doch: Kritik bietet immer die Chance für Wachstum. Hier teile ich mit Dir vier Schritte, die Dir dabei helfen, Deine Kritikfähigkeit zu steigern.

Von Texten und Kindern

Ich persönlich stecke in meine Texte – sei es für meine Kunden, für den Frau Schmitt Schreibt Blog oder meinen wöchentlichen Newsletter – viel Zeit und Herzblut. Ich gebe mir Mühe, um an jedem einzelnen Wort zu feilen. In jedem Satz steckt ein kleiner Teil meiner selbst. Vielleicht geht es Dir da ähnlich.

Ich fühle mich manchmal als wären meine Texte kleine Babys: Sie müssen gehegt und gepflegt werden; brauchen Zeit und Zuwendung, um zu wachsen. Und dann, wenn sie groß genug sind, schickt man sie in Welt hinaus. Die eigenen Texte sind ein Teil von uns – trotzdem können wir nicht verhindern, dass sie irgendwann einmal auf dem Schulhof herumgeschubst werden.

Wenn dann doch Kritik kommt, fühlt man sich angegriffen, verletzt und gekränkt. Die Kritik am Text wird plötzlich zur Kritik an der eigenen Person. Ich kenne diese Gefühle nur allzu gut! Doch leider helfen sie einem nicht weiter. Ganz und gar nicht.

Schließlich kannst Du nur besser werden, wenn Du lernst – und Kritik annimmst.

Kritik an unseren Texten zuzulassen ist nicht immer leicht. 

Angst vor Bewertung und Verurteilung

Wir alle wollen dazu gehören. Und wir fühlen uns zugehörig, wenn wir gelobt und anerkannt werden. In der Schule haben viele von uns zu hören bekommen, sie könnten nicht schreiben. Kritik bedeutete häufig Demütigung vor der Klasse oder schlechte Noten. Keine schönen Gefühle also. 

Wir möchten nicht für unsere Arbeit – in diesem Fall unsere Texte – kritisiert werden. Aus dieser Angst vor Verurteilung trauen sich viele Menschen überhaupt nicht, sich und ihre eigenen Worte zu zeigen. Wie schade! Und wieder andere verschließen sich gänzlich vor konstruktiver Kritik und verfallen in einen Abwehrmodus. Doch damit nimmst Du Dir die Chance zu wachsen und dazu zu lernen.

4 Schritte, um Kritik besser anzunehmen

Glaube mir: Ich kenne das. Während meines Studiums, in meiner Agenturzeit und in meiner Selbstständigkeit hatte und habe ich den ganzen Tag mit Texten zu tun – und damit auch mit Kritik. Nicht jeder Text, den ich an meine Kunden verschicke, wird ohne Wenn und Aber abgenommen; manchmal braucht es mehrere Feedbackschleifen.

Lange Zeit hat mich ein kritisches Wort sofort an meinen Fähigkeiten zweifeln lassen. Wurde meine Arbeit nicht mit Jubel begrüßt, war ich schrecklich deprimiert. Doch irgendwann habe ich erkannt: Fehlende Kritikfähigkeit bringt mich nicht weiter! Ich habe begonnen, mich mit Kritik intensiv auseinander zu setzen und daran zu arbeiten, sie souverän annehmen zu können.

Hier möchte ich mit Dir nun vier Schritte teilen, die mir dabei geholfen haben, besser und gelassener mit Kritik umzugehen.

Schritt 1: Verstehe Kritik am Text nicht als Kritik an Dir

Zunächst ist es wichtig, dass Du Dir Folgendes klarmachst: Du bist nicht Dein Text – auch, wenn Du viel Zeit und Mühe in ihn investiert hast. Wenn Du eine sachliche Distanz und ein wenig Abstand zu Deinem Text findest, fällt es Dir leichter über ihn zu diskutieren. Nur, weil jemand Deinen Text kritisch hinterfragt, lehnt er Dich nicht als Person ab. Diese Erkenntnis – so einfach sie auch ist – hat bei mir eine ganze Menge verändert und mich deutlich entspannter werden lassen.

Schritt 2: Stärke Dein Selbstbewusstsein

Häufig nehmen wir uns Kritik so sehr zu Herzen, weil unser eigenes Selbstbewusstsein nicht besonders stark ausgeprägt ist. Wir fühlen uns ertappt und denken: „Ach, ich wusste doch, dass ich es nicht kann!“. Mach Dich frei von diesen Gedanken. Führe Dir vor Augen, wo Deine Stärken liegen und was Du bereits erreicht und umgesetzt hast. Schreibe es auf, denn so bleibt es Dir besser im Gedächtnis. Dann hänge Dir Deine Erfolgsliste gut sichtbar über Deinen Schreibtisch und lies sie Dir mindestens einmal am Tag durch. Du wirst sehen: Dein Selbstvertrauen wird stetig steigen.

Begreife Kritik als Chance, um Neues zu lernen!

Schritt 3: Denk an das 4-Ohren-Modell

Wenn Dich das nächste Mal jemand vermeintlich hart kritisiert Feedback: Versetze Dich einmal in die Lage der- oder desjenigen hinein, der oder die die Kritik übermittelt hat. Kritik ist selten so hart gemeint wie sie bei Dir ankommt. Gerade unter Zeitdruck ist es nicht immer leicht, eine einwandfreie Rückmeldung zu geben. Außerdem hören wir mit unterschiedlichen Ohren (Das 4-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun) und fassen manche Sätze anders auf, als sie eigentlich gemeint sind. Gehe nicht gleich vom Schlimmsten aus, sondern betrachte die Kritik sachlich.

Schritt 4: Begreife konstruktive Kritik als Chance

Dieser Schritt ist vielleicht der Wichtigste. Wir neigen dazu, in eine defensive Haltung zu verfallen, wenn wir uns angegriffen und gestresst fühlen. Doch in diesem Fight-Flight-Modus bist Du nicht mehr in der Lage, klar zu denken und zu handeln. Wie schnell reagieren wir in solchen Situationen über?! Aber denke dran: Es bringt Dich nicht nach vorne, wenn Du sofort auf 180 bist. Begreife Kritik als Chance, um weiter wachsen zu können und versuche, das Beste aus ihr herauszuziehen. Wir alle sind nicht perfekt und dürfen Tag für Tag etwas Neues lernen. Frage Dich: Was kann ich von diesem Feedback lernen? Was werde ich beim nächsten Mal anders machen?

Ich freue mich über den Austausch: Wie gehst Du mit Kritik um? Fällt es Dir leicht, sie anzunehmen? Was sind Deine Strategien? Schreib es mir gerne in die Kommentare.