Im Interview mit Sven-Oliver Nerger - Frau Schmitt Schreibt

Expeditionsberichte aus Zentral-Kazikistan, unzufriedene Kunden in eine positive Stimmung versetzen, Rechtstexte verstehen und mit fünf verschiedenen Sprachen jonglieren – Sven-Oliver Nerger von Leschi hat einen beeindruckend vielfältigen Arbeitsalltag! Im Interview liest Du, was Worte für ihn und sein Business bedeuten und welchen Herausforderungen er sich bei der Kundenkommunikation stellt. || WERBUNG OHNE AUFTRAG || 

Franz Hoffmann, Sven Nerger, Oktay Karatas (v.l.n.r.)

Das ist Sven:

Auf der Suche nach einem neuen Interviewpartner für den Frau Schmitt Schreibt Blog wurde ich auf Sven aufmerksam gemacht. Ein gemeinsamer Freund stellte den Kontakt her und zack – kam dieses Interview dabei heraus! Ich freue mich sehr über die schönen Einblicke hinter die Kommunikationskulissen von Leschi und wünsche Dir viel Spaß beim Lesen.

Hallo Sven, bitte stelle Dich und Dein Business kurz vor.

Hi, ich bin Sven! Ich bin Mitgründer von Leschi, von Anfang an mit dabei und arbeite in den Bereichen Entwicklung, Marketing, Vertrieb, Rechtswesen & Management an erster Stelle mit.

Die Geschichte von Leschi beruht auf einer Idee: Lebenskonzept zu sein. Der Einklang von Freundschaft, Familie und Unternehmen ist die Ausgangslage für grundlegend neue Designs, stimmige Materialien und eine Riesenfreude bei deren Verknüpfung: Für freundliche Produkte mit einem wahren Nutzen im Alltag.

Das Team von Leschi arbeitet eng zusammen und ist doch weit voneinander entfernt. Die Schreibtische in Berlin, Brighton oder Palermo sind technisch miteinander vernetzt und bieten jedem Gründer sein ganz persönliches Umfeld; Inspiration pur, die sich in der detailreichen Ausarbeitung von Konzepten und ihrer Durchführung widerspiegelt.

Die persönliche Entfaltung hat ihren Raum. In jeder Lebensphase verschieben sich die Prioritäten, es werden neue Ziele artikuliert: die Betreuung der Kinder, fachliche Weiterbildung oder der Extra-Schub beim Ausbau des Unternehmens. Wir bringen jedes Jahr die individuelle Arbeitszeit mit unseren Zielen überein.

Leschi lebt die Arbeit und arbeitet am Leben, seit nunmehr über 15 Jahren. Herzlichen Glückwunsch zu vier lachenden Kindern, einem Sortiment aus über 100 Produkten, Schreibtischen in verschiedenen Städten, Vertriebsfreunde in über 36 Ländern und die Lust auf weitere spannende Jahre!

Wo siehst Du Dich und Leschi in 10 Jahren?

 

In der gleichen bunten Vielfalt der Aufgaben wie heute, nur mit anderen Farben.

Die rasanten Entwicklungssprünge in der Technologie, den (internationalen) Handelsbestimmungen und auch der Soziokultur verlangen vieles von uns: Strömungen zu erkennen, deren Relevanz für das Unternehmen beurteilen und entsprechend handeln. Dabei auf Kurs zu bleiben ist knifflig.

 Hier nur wenige Beispiele, um Vorhergenanntes mit Konkretem zu untermauern: Onlineshopping (und die Möglichkeiten fangen jetzt erst an), Amazon (überlebt der stationäre Einzelhandel?), Russland (Zusammenbruch des Konsumgütermarktes seit Besetzung der Ukraine, Embargo), Brexit (Zölle?), Datenschutzgrundverordnung, chinesischer Kopierfleiß, Trump, Social Media (wann ist Instagram out?), wachsende Kaufkraft der unter 14-jährigen.

Und genau in diesem Wirrwarr sehe ich mich und das Geschäft heute wie in Zukunft: Immer in den wilden Wogen des Marktes – jedoch auf dem eigenen Schiff. Selbstbestimmt Kurs und den Motor am Laufen halten.

Das Leschi Team geht regelmäßig auf Expedition und entdeckt immer neue wundersame Wesen in einem Landstrich namens Zentral-Kazikistan.

Sven-Oliver Nerger 

Was bedeuten Worte, Texte und Sprache für Dein Business? 

 

Identität: Formulierung des Eigenverständnisses. Und: Wir beherrschen im Unternehmen fünf verschiedene Sprachen. Unser internationales Agieren erlaubt es uns, diese Sprachen regelmäßig anzuwenden und somit zu leben.

Humor: Wir im Unternehmen sind ein Freundeskreis, der sich zum Teil seit dem Kindergarten kennt. Der Umgang untereinander – auch im sprachlichen Stil – ist da sehr locker bis witzig.

Verbindlichkeit: ein Mensch, ein Wort! Und: Wir müssen viele Gesetze und Bestimmungen kennen und umsetzen. Da hilft es, unter anderem die Sprache der Rechtstexte lesen und interpretieren zu können. 

Storytelling und Spielfeld: Das Leschi Team geht regelmäßig auf Expedition und entdeckt immer neue wundersame Wesen in einem Landstrich namens Zentral-Kazikistan. Diese Wesen siedeln wir in unseren Breitengraden an. Die Expeditionsberichte werden auf der Produktverpackung, der Website und sonstigen Materialien veröffentlicht.

Was fällt Dir beim Schreiben besonders schwer – und was sehr leicht? 

 

Ich empfinde es als ein Graus, eine einmal gefundene Formulierung für eine vermeintlich bessere zu verwerfen, wenn ich die erste doch auch schon mochte. Ich kann mich somit manchmal nur schwer von meinen einmal niedergeschriebenen Worten trennen. Mir fehlt schlichtweg manchmal die Ruhe, um eine objektive Distanz zum Text aufzubauen. Sobald mir dies jedoch gelingt bzw. der Arbeitsablauf dies zulässt, kann ich meine Gefühlsduselei aufgeben und streichen was das Zeug hält.

Leicht: Einen Punkt zu setzen, wenn gesagt ist, was gesagt werden wollte.

Ich empfinde es als ein Graus, eine einmal gefundene Formulierung für eine vermeintlich bessere zu verwerfen, wenn ich die erste doch auch schon mochte.

Sven-Oliver Nerger von Leschi

Welchen Herausforderungen müsst  ihr euch von Leschi bei der Kundenkommunikation stellen? Wie meistert ihr sie?  

 

Es gilt stets der Versuch, auf die Vielfältigkeit der Menschen einzugehen; ihrer Launen, sprachlichen und auch sozialen Kompetenzen. Ich versuche, so gut es geht bei mir selbst zu bleiben und damit ehrlich – das hilft schon einmal ganz gut. Wobei ich niemals einem Kunden meine wahre Laune zeigen würde, sollte sie mal weniger fröhlich sein – das halte ich für unangebracht, weil distanzlos. Was hat schließlich mein Kunde mit meiner Laune am Hut!?

Ich habe meine schönsten Erlebnisse immer dann, wenn ein Kunde sich ungehalten böse oder sauer bei Leschi meldet (es geht schließlich immer mal etwas schief). Diese Stimmung dann in eine positive zu wenden, wird von dem Kunden immer mit großem Dank belohnt. Dies ist meine persönliche Motivation aber auch ein Ziel in der Kommunikationsführung unserer Firma. Dazu mache ich nichts anderes als das Problem meines Gegenübers als wahrhaft anzunehmen und mich der Lösung zu widmen – frei von der Frage, wer der Verursacher war. Ich beende kein Kundengespräch ohne eine patente Lösung gefunden zu haben.

Ich beende kein Kundengespräch ohne eine patente Lösung gefunden zu haben.

Sven-Oliver Nerger von Leschi

Welches Buch hat Dich in letzter Zeit besonders inspiriert? 

Immer und in einem fort: Momo. 

Momo ist für mich das kleine Mädchen mit der besonderen Gabe, Menschen zu sich selbst finden zu lassen – ohne dass es selber nur ein Wort dazu beigetragen hätte. Momo übt eine besondere Kunst des Zuhörens, das gefällt mir, das bewundere ich. 

Das Buch hält zudem das Kind in mir wach und bietet mir darüber hinaus eine hilfreiche Orientierung in unserer auf stetigen Wachstum ausgerichteten Wirtschaft: Die grauen Männer lassen grüßen.

Wo kann man Dich und das Leschi Team finden? 

Du kannst mich gerne auf unserer Website www.leschi.de oder auf Instagram über @leschi_design besuchen kommen!

 

Ich möchte mich bei Sven für das tolle Interview bedanken. Natürlich freue ich mich, wenn Dir das Gespräch mit Sven Mut macht, um auch einmal selber zu Stift und Papier zu greifen – und über Dein Feedback.
Du möchtest selber einmal Interviewpartner*in sein? Ich freue mich darauf, Dich kennenzulernen!