Im Interview mit Lena Hanzel - Frau Schmitt Schreibt

Wie findet man die richtigen Worte, für das man doch schon die passende Bildsprache gefunden hat? Als Designerin ist Lena visuell veranlagt – doch auch Worte sind für sie Teil ihrer Kreativität. Im Interview liest Du, wie Lena ihre Designs in Worte fasst und wie sie mit den passenden Texten die richtigen Kundinnen findet. 
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Lena Hanzel
Foto: Katja Scherle

Daher kenne ich Lena…

Ich bin ein großer Fan von Lenas Designs und durfte auch selbst schon mit ihr zusammenarbeiten. Ihr Sinn für klare Linien und Formen begeistert mich immer wieder aufs Neue. Ich freue mich, dass ich Lena für dieses Interview gewinnen konnte – Dir wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Hallo Lena, bitte stelle Dich und Dein Business kurz vor.

Ich bin Lena, Kommunikationsdesignerin und die Mama von einer 3-jährigen Tochter. Ich arbeite seit 9 Jahren selbstständig in Berlin.

Mein Schwerpunkt als Designerin liegt im Corporate Design für Einzelunternehmerinnen. Ich verwende gern den Begriff Visuelle Identität, denn mein Ansatz basiert auf der Idee, dass, so wie jeder Mensch eine Persönlichkeit hat, auch jedes Unternehmen eine hat: die Unternehmenspersönlichkeit. Ich liebe es, diese Persönlichkeiten kennenzulernen und für sie das passende „Aussehen“ zu finden.

Vor zwei Jahren habe ich zusammen mit Susanne, die als Coach arbeitet, das viermonatige Programm HAPPY GO BUSINESS für Gründerinnen entwickelt. Wir unterstützen Frauen in der Gründungsphase ihres eigenen Business mit unseren Kompetenzen aus Branding, Design und Coaching und begleiten sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

In meiner Arbeit sehe ich oft, dass gerade zu Beginn der Selbstständig noch so viel unklar ist; es so viele Fragen gibt. Durch das Coaching bei Susanne werden viele dieser Fragen beantwortet. Meine Arbeit als Designerin kann dadurch viel genauer und auf die Bedürfnisse abgestimmt werden. Ich erfahre viel mehr über die Gründerin, weil sie sich, ihre Motivation und den Kern ihrer Business-Idee besser versteht.

Wo siehst Du Dich und Dein Business in 10 Jahren?

Genau da, wo ich jetzt bin, nur schlauer …

Ich fühle mich mit meiner Arbeit genau richtig und habe meine Nische und Arbeitsweise gefunden. Aber es gibt immer was zu lernen, zwischenmenschlich und fachlich. Da werde ich in 10 Jahren hoffentlich in einigen besonderen Situationen gelassener und weiser handeln.

Ich merke immer wieder, wie wichtig es ist, mich selbst gut zu kennen. Vor allem im Umgang mit stressigen Arbeitssituationen, Auftraggebern und Anforderungen. Und da lernt man wohl nie aus. In den nächsten 10 Jahren kann ich da noch viel an mir arbeiten.

Wie wichtig ist Dir die Kommunikation für das HAPPY GO BUSINESS Programm? Was bedeuten Dir Worte, Texte und Sprache in diesem Zusammenhang?

Bei all unserer Kommunikation rund um HAPPY GO BUSINESS ist uns wichtig, dass wir authentisch wirken und wir zeigen können, dass wir unsere Arbeit mit viel Freude und Liebe machen. Was wir machen bedeutet uns sehr viel. Wir wollen Frauen erreichen, sie motivieren und mit ihnen gemeinsam ein Stück Zukunft planen.  

Wir schreiben, was wir fühlen und denken und über das, was uns inspiriert. Es ist schön zu sehen, wenn wir dadurch genau die Frauen kennen lernen, die zu uns passen.

Wir schreiben was wir fühlen und denken und über das, was uns inspiriert.

Lena Hanzel

Als Designerin bist Du sicher sehr visuell veranlagt. Fällt Dir das Schreiben schwer oder geht es Dir leicht von der Hand?

Schreiben war in meiner Schulzeit lange ein Ausdruck für meine Kreativität und Fantasie. Über die Jahre und die Arbeit als Designerin habe ich das ein wenig verloren. Der Ausdruck durch visuelle Mittel ist das, was ich täglich mache. Aber Worte haben eine ähnlich starke Wirkung für mich und sind immer auch Teil meiner Arbeit und meiner Kreativität.

Welchen Herausforderungen musst Du Dich bei Deiner Kundenkommunikation als Designerin stellen? Wie meisterst Du sie?

Manchmal fällt es mir schwer Worte für etwas zu finden, für das ich eine Bildsprache gefunden habe. Für mich sagt das Bild oder die Gestaltung dann das aus, was ich denke oder fühle. Es zusätzlich auch in gesprochenes oder geschriebenes Wort zu bringen ist manchmal eine Herausforderung. Ich arbeite stark intuitiv und meine Designs haben weniger einen logischen Ansatz. Man könnte sagen, ich fühle das Design. Diese Gefühle lassen sich schwerer beschreiben als eine logische Schlussfolgerung.

Im Designprozess mache ich mir neben Skizzen immer auch Notizen, daraus kann ich später herauslesen, was ich mir in der Kreativphase alles gedacht habe. Diese Notizen verwende ich dann bei Bedarf gern als meine Spickzettel und finde dann auch Worte für das Design, wenn ich es selbst schon so verinnerlicht habe.

Manchmal fällt es mir schwer Worte für etwas zu finden, für das ich eine Bildsprache gefunden habe.

Lena Hanzel

Wenn Du schreibst: Lieber analog oder digital?

Ich schreibe immer erst analog – meist in Fragmenten und Stichworten. Die Ausformulierung und den Feinschliff mache ich dann lieber digital. Hier kann ich viel schneller arbeiten und Sätze nach Belieben umformulieren.

Hast Du eine persönliche Schreibroutine?

Routinen empfinde ich häufig als Einschränkung meiner Kreativität. Sobald ich etwas mehr als zweimal gleich mache, fühle ich mich schon komisch. Auch in meinem Alltag habe ich wenige Routinen. Dass heißt nicht, dass ich nicht auch Dinge wiederhole, aber feste Routinen schrecken mich oft ab. Eine Schreibroutine gehört deshalb nicht zu meinem Leben.

Ich schreibe immer erst analog – meist in Fragmenten und Stichworten.

Lena Hanzel

Welches Buch hat Dich in letzter Zeit besonders inspiriert?

Formbewusstsein – Eine kleine Vernetzung der alltäglichen Dinge

„Formbewusstsein ist ein liebevolles Plädoyer für den bewussten Umgang mit sich selbst und anderen, mit den Medien, der Nahrung und den Dingen.“ 

Das Lesen dieses Buches hat mir bewusstgemacht, wie sehr ich die kleinen Dinge in meinem Leben außer Acht lasse, sie aber einen großen Einfluss auf mich haben. Je besser ich mit diesen Dingen umgehe, desto besser gehe ich zugleich auch mit mir um. Dass was ich Esse, spiegelt mein Wertgefühl mir gegenüber wieder. Bin ich es mir Wert, mir ein gutes Frühstück mit frischem Obst zuzubereiten? Eine der vielen Fragen, die ich mir nach diesem Buch gestellt habe.

Wenn man mehr über Dich und Deine Arbeit erfahren möchte: Wo kann man Dich finden?

Auf meiner Website www.lenahanzel.de kann man mich und meine Arbeiten als Designerin kennen lernen.

Auf www.happygo.business findet man alle Details und Termine über unser Coaching & Branding Programm für Gründerinnen.

Ich möchte mich bei Lena für das Interview bedanken. Natürlich freue ich mich, wenn Dir das Gespräch mit Lena Mut macht, um auch einmal selber zu Stift und Papier zu greifen – und über Dein Feedback. Du möchtest selber einmal Interviewpartner*in sein? Dann schreib mir!