Was macht einen guten Text aus? Diese Frage habe ich mir in der letzten Woche gestellt. Blumige Worte oder doch eher ein knackiger Schreibstil? Oder doch etwas ganz Anderes. Bei meiner Recherche haben sich sieben Kriterien herauskristallisiert, die ich hier gerne mit Dir teile.

 

1. Die Überschrift macht Lust auf mehr

Ein Text beginnt mit der Überschrift. Beim Blogartikel ist es die Headline, bei einem Newsletter die Betreffzeile. Sie ist der erste Berührungspunkt zwischen Leser und Text. Die Überschrift zieht den Leser an – oder auch nicht. Darum lohnt es sich, hier besonders viel Gehirnschmalz zu investieren.  

Was macht aber eine gute Headline aus?

Es gibt keine Schablone für eine gute Headline. Aber ein paar Merkmale: Sie verrät, um welches Thema es geht; kann provokant oder lustig sein; darf Versprechen geben (muss sie dann aber auch einhalten); sollte schnell zu erfassen und nicht zu lang sein. Es macht Sinn, sich schon zu Beginn zu überlegen, wie die Headline lauten soll – dann kann man sich beim Schreiben immer wieder daran orientieren, wie an einem Leitfaden.

 

2. Es gibt eine Einleitung

Neben einer überzeugenden Überschrift, ist auch eine Einleitung für einen guten Text wichtig. Sie leitet – wie der Name schon sagt – den Leser in das Thema ein, um das es in diesem Text gehen soll. Sie ist quasi eine nette Begrüßung, die dem Leser einen Flyer in die Hand drückt und sagt: „Schön, dass Du hier bist. Heute geht es um Thema X. Nimm doch gerne Platz und genieß die Show.“

Die Einleitung hilft dem Leser, sich zurecht zu finden.

Bin ich hier richtig gelandet? Interessiert mich dieses Thema überhaupt? Ist der Text für mich relevant? Diese Fragen kannst Du in wenigen Sätzen zu Beginn Deines Textes klären und so für Orientierung sorgen. Ich persönlich mag es, wenn die Einleitung eine Frage aufwirft und einen Ausblick auf die Lösung gibt.

 


3. Der Text ist mit Zwischenüberschriften gegliedert

Stell Dir vor, Du hast ein Blatt Papier vor Dir, das über und über beschrieben ist. Es gibt keinen Absatz, keine Zwischenüberschrift. Eine richtige Buchstabenwüste. Sei ehrlich: Hättest Du große Lust mit dem Lesen zu beginnen? Ich definitiv nicht (und dabei lese ich wirklich gerne).

Zwischenüberschriften bieten Orientierung und steuern den Leser.

Mit Absätzen und Zwischenüberschriften erleichterst Du Deinem Leser die „Arbeit“. Oft scannen wir erst einmal einen Text und steigen erst im zweiten Schritt tiefer ein. Dabei helfen dann die Zwischenüberschriften, denn an ihnen bleiben wir beim überfliegen hängen. Sie geben uns einen ersten Eindruck davon, wie der Text aufgebaut (siehe Punkt 4) ist und ob unsere Fragen geklärt werden. Meine persönliche Empfehlung: Nach ein bis drei Gedankengängen kommt ein Absatz, nach zwei bis drei Absätzen eine Zwischenüberschrift.

 

4. Der Text hat eine Gliederung

Zwischenüberschriften und die Gliederung hängen ganz eng zusammen, denn das eine bedingt das andere. Es ist für uns als Leser sehr schwer, unzusammenhängenden Gedankengängen und Textfetzen zu folgen. Der Autor soll uns anleiten und führen. Alles andere erschwert das Lesen und führt dazu, den Leser schon vor dem dritten Absatz zu verlieren.

Keine Gliederung, kein Spaß.

Ich überlege mir immer zuerst, wie ich meinen Text gliedern möchte. Zu den einzelnen Inhaltsblocks verfasse ich Überschriften (die kann ich dann später auch gleich als Zwischenüberschriften verwenden). Unter den einzelnen Titeln notiere ich mir dann stichpunktartig, was genau ich hier schreiben möchte. So sorge ich dafür, den roten Faden nicht zu verlieren.

 

5. Fremdwörter sind Fremdwörter

Transluszent, diametral oder oktroyieren: Es ist schön, wenn Du viele Fremdworte und ihre Bedeutung kennst. Setze das aber nicht zwingend bei Deinen Lesern voraus! Dein Ziel ist es ja, eine bestimmte Botschaft zu transportieren – und die sollte nach Möglichkeit auch verstanden werden.

Deine Leser wollen Dich verstehen.

Auch wenn Du noch so eloquent daherkommen möchtest: Verzichte, wenn möglich, auf schwierige Worte, die Deine Leser im Zweifelsfall nicht kennen. Achte darauf, für wen Du schreibst: Für eine Ärztezeitung kannst Du natürlich ganz andere Kenntnisse voraussetzen, als für eine Zeitschrift für Berufseinsteiger.

 


6. Man weiß am Ende der Sätze noch, was am Anfang der Sätze stand

Es gibt so Sätze, die wollen einfach kein Ende nehmen. Die ziehen sich wie Kaugummi und wenn man am Ende angelangt ist, hat man schon längst vergessen, was am Anfang stand. Schachtel- und Bandwurmsätze sorgen mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Leser ganz schnell das Weite sucht.

In der Kürze liegt die Würze.

Tatsächlich ist es oft viel schwieriger, einen kurzen und prägnanten Satz zu Papier zu bringen, als einen endlosen. Aber es lohnt sich, diese Zeit zu investieren. Überlege Dir beim Schreiben bei jedem Komma, jedem „und“ und jedem „oder“, ob nicht auch ein Punkt sinnvoll wäre. Zweiter Tipp: Lies Dir den Text laut vor. Dann merkst Du sehr schnell, ob Du ins Stolpern gerätst.

 

7. Rechtschreibung und Grammatik sind vorhanden

Klingt banal, ist aber sehr wichtig. Auch mir passiert es hin und wieder, dass sich ein Tipp- oder Kommafehler einschleicht – und wird aus sicher immer mal wieder tun. Ein Text, der aber von vorne bis hinten falsch geschrieben ist und von Satzzeichen noch nie etwas gehört hat, wirkt sich nicht besonders positiv auf die Glaubwürdigkeit aus.

Rechtschreibprüfung nutzen.

Um das zu umgehen, verwende ich immer die Rechtschreibprüfung und habe mir den Duden als Lesezeichen gesetzt. Es hilft außerdem, den Text über Nacht einmal liegen zu lassen und am nächsten Tag mit klarem Blick den Rotstift anzusetzen. Denn dann fallen uns oft ganz andere Fehlerteufelchen auf, als noch am Tag zuvor.

Und jetzt:  Viel Spaß beim Schreiben!

Alles Liebe
Ann-Christin